Ausbildungsleitung Ergotherapie

Kristina Schrewe, Ergotherapeutin

Fon: +49 (0) 29 04 / 976  9071

k.schrewe(at)smmp.de

Akademieleitung

Andreas Pfläging

Fon: +49 (0) 2904 / 976  9071

a.pflaeging(at)smmp.de

Sekretariat

Gerhard Janz

Fon: +49 (0) 2904 / 976  9071

g.janz(at)smmp.de

Pilotprojekt

Der Ausbildungslehrgang für Ergotherapie ist Teilnehmer eines Modellversuchs der Landesregierung Nordrhein-Westfalen.

In diesem neuen Ausbildungskonzept geht es kurz gesagt darum, die Ausbildungsrichtlinien dem heutigen Stand anzupassen. Sehr großen Wert wird dabei auf die Fortführung allgemein bildender Ziele und auf die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung gelegt.

Das heißt: Die Ausbildung rückt auch übergreifende Kompetenzen – so genannte Schlüsselqualifikationen – in den Blick. Dies ist ein wichtiger Schritt für das zukünftige Berufsleben der Lernenden, denn neben dem hohen Faktenwissen sind auch Schlüsselqualifikationen für den Prozess des "lebenslangen Lernens" unabdingbar.

Lehrgang für Ergotherapie

Lernende im Werkraum
Lernende im Werkraum
Lernende mit Lehrendem im Werkraum
Lernende bei der Gartenarbeit
Lernende bei der Gartenarbeit

Den Patienten wieder eine Verbesserung der Lebensqualität zu ermöglichen, das ist für jeden Ergotherapeuten das zentrale Therapieziel. Denn ein Defizit der kognitiven Leistungsfähigkeit oder eine Bewegungs- und Funktionseinschränkung, durch Verletzung oder Erkrankung bestimmter anatomischer Strukturen wie Gelenke, Muskeln oder Nerven, stellen für den Betroffenen eine erhebliche Beeinträchtigung seiner Lebensqualität dar.

Ergotherapeuten arbeiten unter anderem in Rehabilitationskliniken, Akutkliniken, psychiatrischen Kliniken, Tagesstätten, Werkstätten für behinderte Menschen, Sonderschulen und ergotherapeutischen Praxen. Dort wirken sie in enger Zusammenarbeit mit allen anderen medizinischen Fachdisziplinen am Erhalt bzw. der Wiederherstellung der Selbständigkeit der Patienten mit. Dieses Ziel ist nur zu erreichen durch ein hohes Maß an analytischem und kreativem Denken. Ebenso wichtig sind therapeutisches Einfühlungsvermögen und die ständige Bereitschaft zu Fortbildung und lebenslangem Lernen. Neben einer spezifischen ergotherapeutischen Befunderhebung, individueller Hilfsmittelberatung sowie funktionswiederherstellenden und alltagsorientierten Therapiemaßnahmen kommen auch entwicklungsfördernde Ansätze und zielgerichtete handwerklich-gestalterische Techniken zum Einsatz.

Nehmen wir ein Beispiel. Herr M. erleidet im Alter von 68 Jahren einen Schlaganfall, der ihn aus seinem aktiven und sozial engagierten Alltagsleben reißt. Nach einem Aufenthalt im Akutkrankenhaus befindet er sich nun in einer neurologischen Rehabilitationsklinik. Hier erhält er ein individuell auf ihn abgestimmtes Angebot an Therapiemaßnahmen, die ihn darin unterstützen, seine durch den Schlaganfall verloren gegangenen Fähigkeiten wieder zu erlangen. So kann Herr M. zur Zeit nicht mehr selbständig laufen und seinen rechten Arm nicht mehr gezielt einsetzen. Neben Physiotherapie, Logopädie und anderen therapeutischen, ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen nimmt Herr M. auch viermal in der Woche an der Ergotherapie teil. Die behandelnde Ergotherapeutin hat die Aufgabe, in enger Absprache mit dem interdisziplinären Team die verloren gegangenen Fähigkeiten des Patienten durch gezieltes Anzieh- und Frühstückstraining sowie durch zusätzliche Einzeltherapie wieder herzustellen bzw. auszugleichen. Hierbei liegt der Behandlungsschwerpunkt auf der Verwirklichung der gemeinsam mit dem Patienten erarbeiteten Behandlungsziele. Und wenn diese Ziele erreicht sind, wird Herr M. seinen Alltag, sein Ehrenamt und seine zahlreichen Hobbys wieder aktiv und selbständig gestalten können.

Eingangsvoraussetzungen

Voraussetzung für den Lehrgang Ergotherapie sind:

  • Gesundheitliche Eignung (Bestätigung vom Hausarzt)
  • Fachoberschulreife (Realschulabschluss)
  • Fachhochschulreife bzw. allgemeine Hochschulreife (Fachabitur bzw. Abitur)

oder

  • Hauptschulabschluss und eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung

Dringend erwünscht sind einschlägige praktische Erfahrungen im Berufsfeld, die im Rahmen:

  • eines Vorpraktikums (evtl. mit Berufsfachschul- bzw. Berufsschulbesuch)
  • eines freiwilligen sozialen Jahres
  • des Zivildienstes

oder auch

  • während eines Anstellungsverhältnisses erworben werden können.

Das ausbildungsbezogene Praktikum sollte in der Regel drei Monate für Abiturienten/Fachabiturienten und ein Jahr für Realschulabsolventen betragen. Entscheidend ist dabei, dass die Bewerberinnen und Bewerber die Möglichkeit hatten, ihre persönliche Eignung für die Arbeit mit Patienten und Menschen mit Behinderungen zu überprüfen und Einblicke in den beruflichen Alltag der Ergotherapie zu gewinnen.
Ebenfalls sehr wichtig: Je nach Eignung der Bewerberinnen/Bewerber sind individuelle Regelungen über die Dauer des Vorpraktikums nach vorheriger Absprache mit der Akademieleitung möglich.

Ausbildungsstruktur

Nach der gesetzlichen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung dauert die Ausbildung drei Jahre. Der Lehrgang beginnt bei uns jeweils zum 1. Oktober eines Kalenderjahres.

Die Ausbildung umfasst insgesamt mindestens 4.400 Stunden, die sich in einen theoretischen, einen fachpraktischen und einen berufspraktischen Teil gliedern.

Praktische Berufsausbildung

Die praktische Berufsausbildung umfasst mindestens 1.700 Stunden und soll theoretische Kenntnisse und Fertigkeiten vertiefen sowie die Anwendung des erworbenen Wissens und die Handlungskompetenz in der beruflichen Praxis stärken.

Nach einer intensiven theoretischen und praktischen Einführungsphase wird bei uns mit zunehmendem Wissensstand die praktische Ausbildung am Patienten immer weiter intensiviert, so dass jede/jeder Lernende am Ende der Ausbildung auf fundierte praktische Erfahrungen zurückgreifen kann. Dadurch gelingt Ihnen ein leichterer Übergang in die Berufspraxis und Sie können nach dem Staatsexamen von Anfang an kompetent als Ergotherapeut tätig sein.

Die praktische Berufsausbildung findet in den verschiedenen Arbeitsfeldern und nach Absprache zwischen Bildungsakademie, Praxisstellen und Lernenden statt.
Die praktische Berufsausbildung ist in verschiedene Kompetenzlevel eingeteilt:

  • Kliniken
  • Ergotherapeutische Praxen
  • Werkstätten für behinderte Menschen
  • Tagesstätten und Heime.

Vier Lernbereiche

Die theoretischen und fachpraktischen Lehrveranstaltungen unterteilen sich in vier Lernbereiche und umfassen mindestens 2.700 Stunden:

  • Ergotherapeutische Kernaufgaben
  • Ergotherapeutische Zielbereiche
  • Zielgruppen, Institutionen und Rahmenbedingungen ergotherapeutischer Arbeit
  • Ausbildungs- und Berufssituationen von Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten.

Staatliche Abschlussprüfung - Staatsexamen

Nach Abschluss der Ausbildung erfolgt die Prüfung vor einem staatlichen Prüfungsausschuss, der unter dem Vorsitz eines leitenden Medizinalbeamten an der Bildungsakademie für Therapieberufe gebildet wird.

Kosten

Die Lehrgangsgebühren liegen derzeit bei 395 Euro pro Monat.

Bei der Ergotherapie kommt noch ein monatliches Materialgeld (Verbrauchsmaterialien) von 30 Euro hinzu.

Es entstehen weitere Kosten für Literatur, Kopien, Fahrten, Exkursionen, Eintritte etc.

Ferien

Die Ferien werden durch die Akademieleitung festgelegt und betragen ca. acht Wochen jährlich.